Noch ein kleiner Rückblick auf die Vietnamreise am Anfang des Jahres. Dieses Mal geht es nciht um tolle Orte und es werden keine Fotos gezeigt, sondern welches technisches Equipment hatte ich dabei und wird es in Zukunft weniger, mehr eingesetzt oder ersetzt?
Zu aller Erst muss ein Satz ganz oben stehen; das Gewicht ist Bonus! Soll heißen je weniger man mit sich herumschleppt umso mehr Freiheit und Freude kann man für die wichtigen Dinge aufbringen. Es bringt einem keine DSLR mit großer Ausrüstung einen Mehrwert sofern man stets in die richtigen Objektive wechseln muss, den Akku im separaten Ladegerät über die Nacht befüllen muss und vor dem ach so wichtigen Foto den Lichtmesser auspackt, das Stativ um 5cm korrigiert und dann war die Sonne auf einmal weg. Weiteres gilt für große Notebooks, klar die haben quasi endlosen Speicher und man kann Bilder entspannter bearbeiten, aber die Punkte von oben gelten hier noch mehr so mal ein „klassischer“ Laptop wirklich schwer, dick und energiehungrig ist. Darum habe ich mir über die Jahre einiges an technischen Geräten angeschafft, die ganzen Wirrwarr einen Lichtblick verschaffen. Einfach mal kurz als Liste aufgeführt:
Fujifilm X30
Anker 10.000 mAmh
iPad mini 4
Lightning to SD, Lightning auf USB Kamera-Adapter
Micro und Mini-USB Stecker 10cm
Lightning auf USB-Kabel 15cm
5W Eurostecker USB
Weltadapter
iPhone 6S
Ich war mit allen Geräten sehr zufrieden und würde nur Kleinigkeiten ändern. Der Lightning auf USB Kamera-Adapter ist beispielsweise für meine Kamera nicht nutzenbar, hatte ich vorher nicht getestet. Da die Kamera über Micro-USB geladen wird funktioniert der Stecker nicht. Daher musste ich mir den SD-Karten-Auslese-Adapter in Seoul kaufen. Und die Weltstecker-Situation wird auch anders gelöst. Ich habe von Apple die Nasen von so ziemlich jeder Region der Welt, die werden in Zukunft im Zusammenhang mit dem 10W Ladegerät mitgenommen und der 5W-Stecker sowie der Weltadapter bleiben Zuhause. Der wirkte eh immer als wäre er von der Firma Hausbrand™, und ja doppelte Lesart erwünscht. Somit wird es noch einmal kleiner und leichter.
Zu den technischen Geräten ist im Einzelnen wenig zu sagen, das iPhone ist neuer, schneller, besser, mehr geht einfach nicht. Das iPad ist im Gegensatz dazu gefühlt einen halben Takt langsamer und wird bei der nächsten Neuvorstellung ersetzt. Die Kamera ist sehr solide und kann wieder mehr als man benötigt. Die ideale Reisekamera hat aber bisher auch noch keiner veröffentlicht, selbst an der Leica Q für knappe 4000€ fände ich was auszusetzen, somit bleibt nur probieren, Kompromisse eingehen und hoffen auf den richtigen Hersteller. Zum Anker Akku sei nur gesagt, Preis-Gewicht-Leistung ist überragend!
All die Reisen der letzten Jahre haben sich damit schon bezahlt gemacht und an der Stelle sei auch ein Dank an die EU gerichtet die sich für den Micro-USB-Standard so eingesetzt haben. Zumindest wurde damit schon ein Grundstandard für die meisten Geräte gesetzt. Wenn sich Apple durchsetzen würde, wäre ein wesentlich praktischerer Lightning-Stecker bei vielen Sachen verbaut, aber der Wunschtraum ist eher in die Zukunft gerichtet. Alles wird stets wasserdicht verpackt, die Ortlieb Wertsachenbeutel bieten sich da an. Dadurch ist man flexibler und kann auch (über) durch Wasser gehen. Für Fragen über dies und jenes gerne anschreiben.
Hanoi ist anders als Ho Chi Minh City, vielleicht liegt es daran dass unser Hostel in der Altstadt lag die sich durch schmale Gassen und hohe Konzentration an Menshcne auszeichnet. Hier gab es Essen an jeder Ecke und zwischen jeder Ecke. Die Verkehrsregeln gelten nur als grober Anhalt; überholt wird wo Platz ist, die lauteste Hupe gewinnt und der Zebrastreifen ist nur Verzierung der Straße. Die Mopeds halten aber schon an wenn man davor steht, wirkt aber trotzdem surreal und ein wenig ungeordnet. Wenn wir schon bei Unordnung sind, die Haltung der Gardesoldaten vor dem HCM Mausoleum ist gravierend. Stillgestanden bedeutet in Vietnam anscheinend etwas anderes. Und der werte Herr Ho Chi Minh sah sehr nach Wachsfigur aus, obwohl es hieß 2 Monate im Jahr (!) wird er in Russland wieder aufbereitet. Das Pomporium wird aber dem Mythos gerecht.
Als Grundnahrungsmittel galten Oreo oder deren Generikum und Suppe. Meist kostete letztere weniger als 1€ und wurde auf Kindergartenstühlen direkt an der Straße gegessen. Sehr lecker, jedoch auch hier manch eine Überraschung mit Füßen und Körperteilen die einem unbekannt waren.
Wenn man sich im Feilschen üben möchte so bringe man etwas Zeit und eine Alternative mit. Das Flughafentaxi gab es für einen Standardpreis, also dachten sich Max und Max 2$ weniger wird auch machbar sein. Das Resultat war Taxi 1 zu 2, wir sitzen schon drinnen, 2 will aber dann doch nicht. Somit wir wieder in Taxi 1. Fahrt zu Taxi 3. Der fährt aber im Privatauto und wir mit der Angst um am Ende alles für 2$ Nachlass.
Bisschen mehr rum meckern muss ich auch noch, liegt in meiner Natur.
Vietnamesen sind meist unfreundliche Menschen, Drängeln immer, versuchen auch ihren körperlichen Nachteil zu ignorieren und keiner lächelt, wobei wir auch schon vom Gegenteil überzeugt wurden. Im Green Village Homestay war alle super nett und zuvorkommend. Und je weiter man auf das Dorf kam wurde gewunken und auch mit Sprachbarriere wurden Probleme gelöst. Von einer Person ausgenommen, welche für eine 5’ Tour um zu zeigen wo das Hotel ist, mehr als die Hälfte des Zimmerpreises als Handgeld haben wollte. Ich glaube er das uns verflucht als wir nur ⅓ zahlten. Auch schon zu viel. Und da schon Kleinigkeiten einen Urlaub prägen können, ist das Gefühl am Ende Missbehagen obwohl es nur einzelne Personen waren.
Nun ein paar Zahlen zum Urlaub:
Fahrten im Taxi: 83 Kilometer
Kilometer zu Fuß: 100 Kilometer (bestimmt waren es mehr)
Kilometer im Boot: 41 Kilometer
Kilometer in der Luft: 25000 Kilometer
Kilometer im Bus: 1250 Kilometer
Anzahl der fotografierten Bilder: 3600
Kilometer auf dem Fahrrad: 7,4 Kilometer
Kilometer auf dem Moped: 350 Kilometer
Anzahl der Bilder die tatsächlich am Ende übrig geblieben sind: 932 Bilder
Kosten der internationalen Flüge : 550€
Kosten des Inlandsflug: 80€
Dauer der Rückreise von Hanoi nach Dresden: 1 Tag, 7 Stunden und 10 Minuten
Was in Hanoi ganz gewaltig auffiel war der Kult um Ho Chi Minh oder wie ich sagen würde, Onkel Ho. Sein Abbild war häufig zu sehen, hier und da eine Bürste, das Mausoleum, obwohl er vermachte verbrannt zu werden, aber wer hört schon auf Tote. Und somit haben wir den Raum gesehen in dem Onkel Ho die Unabhängigkeitserklärung schrieb, die Liege auf der er sich ausruhte, den Beistelltisch auf den er sein Wasser stellte und wir haben auf dem Stein gestanden, auf dem Ho Chi Minh die Menschheit verfluchte.
Der Süden mit Ho Chi Minh City als wirtschaftliches Zentrum des Landes wirkte ein wenig wie eine andere Welt, Hochhäuser und breiter Straßen. Aber im Endeffekt doch alles gleich. Essen an jeder Ecke und laute Hupen und das Gleichgewicht von Stress und absoluter Ruhe an jedem Ort spürbar.
Die weiteren Stationen waren Da Lat, Mopedfahren und Can Tho. Aus der Region um Da Lat kommt der berühmte Kaffee und der leckere Wein. Mopedfahren ist teilweise selbstmörderisch und befreiend zu gleich. Und von Can Tho ist nicht viel zu berichten, weil wir nur 1h in der Stadt waren und in der Zeit vor einer Frau weggelaufen sind. Sie wollte uns erst ein Taxi anbieten, dann ein Hotel und dann ein Boot und auch nachdem Max ihr deutlich machte das wir kein Interesse haben folgte sie uns in 10m Abstand. Je weiter man auch in Gegenden kommt wo der Tourismus nicht ausgebaut ist wird man neugierig angeschaut. Vor allem ein Deutscher mit rotem Bart, weißester Haut und blauen Augen eignet sich zum Fotografieren und Bestaunen.
Was bleibt in einem Resümee als abschließende Worte noch zu sagen? Vietnam ist wunderschön, exotisch und ich werde sicherlich den Flug dahin noch einmal wagen, mit weniger Gegenständen und mehr Zeit im Gepäck.
Ach ja, für mehr visuelle Eindrücke aus der Region schaut doch einfach mal bei Max Instagram Account und auf Maries Blog vorbei. Die verbrachten mehr Zeit vor mir in Südostasien und bleiben noch paar Monate dort.
Bevor die Bilder ganz vergessen im Archiv landen und nur noch aller 2 Jahre betrachtet werden, hier der zweite Tag in Can Tho. Das war am 06.01. und wirkt schon fast wieder ein Jahr her.
Auf dem Panorama sieht man den schwimmenden Markt oder zumindest einen der schwimmenden Märkte, jene finden sich im gesamten Mekong Delta verteilt immer wieder. Das Prinzip ist jedoch stets ähnlich. Großes Boot wird mit beispielsweise Ananas gefüllt, man fährt zum Markt und bleibt so lange auf dem Markt, bis zu 10 Tage grob, bis alles verkauft ist. Und es wird nicht in Einzelstücken verkauft, sondern in Viel. Genaue Angaben konnte auch keiner verraten.
Tag der Rückreise beginnt. Von Ho Chi Minh City über Hanoi über Seoul nach Frankfurt am Main. Dort noch in den ICE einsteigen und dann bin ich schon wieder in Dresden. Summa summarum 36h unterwegs. Wobei mit den ganzen Zeitumstellungen; da lasse ich lieber mal die Stoppuhr mitlaufen.
Es werden immer weniger Resttage, darum sind wir für ein bisschen Wärme von Da Lat über Ho Chi Minh City nach Can Tho, größte Stadt im Mekong Delta, gefahren. Da die Direktverbindung des Schlafbusses ausgebucht war hatten wir einen 3h Aufenthalt in HCMC. War witzig, laut und unbeschreiblich.
Nach kurzer Diskussion entschieden wir uns gegen ein Hotel in der Stadt und sind nun hier: http://maps.apple.com/?ll=9.981512,105.786167&q=9.981512,105.786167 gelandet. Die Bilder sagen aber alles.
Nach den warmen Tagen in Ho Chi Minh City ging es mit dem Schlafbus über huckelnde Straßen in die Berge. Auf 1600m liegt die Stadt Da Lat, dort fand während unseres Aufenthaltes das Flower Festival statt. Volle Straßen und buntes Treiben auch am Abend. Der “Eiffelturm” auf dem letzten Foto bringt der Stadt den Spitznamen Paris Asiens ein. Wobei das wurde schon zu ehemals Saigon gesagt, alles bisschen wage hier.
Nach dem Schlafbus ging es 9 Uhr in das Tal um sich bisschen an Wasserfällen abzuseilen (https://instagram.com/p/BAFOhxlqsyS/). War anstrengend und super schön.
Der erste Tag im neuen Jahr, alle noch ein wenig fertig und merklich weniger Mopeds auf der Straße. Und der Begriff Streetfood bedeutet hier auf Kindergartenstühlen zu sitzen und so nah am Bürgersteig das man die Mopeds berühren kann.